Serenity Jones fällt es schwer, sich im Unterricht zu konzentrieren, seitdem ihr Vater als Terrorist gesucht wird. Als Christopher sie am Strand anspricht und erklärt, dass er Serenitys Vater helfen könne, kann sie sich – obwohl sie ihm nicht glaubt – seiner Ausstrahlungskraft nicht entziehen. Kurz darauf machen Serenity, ihr Bruder Kyle und Christopher Kidd sich auf, um Jones zu suchen. Christopher ist ein brillanter Hacker, der schon als dreizehnjähriger die ganze Weltwirtschaft lahmlegte. Berüchtigt und geliebt als Computer Kidd ist er vielen bekannt. Kyle und Serenity hoffen, dass er ihrem Vater helfen kann.
Computerchips und eine geheime Weltdiktatur bedrohen die Welt
Christopher ist einer der „Upgrader“, d.h. ihm wurde ein Computerchip in den Schädel einoperiert. Damit hat er direkten Zugang zum Internet und allen wichtigen Informationen und sogar noch mehr. Er hat Zugang zu dem Wissen eines jeden Upgraders. Somit ist er Teil einer weltweiten Wissensenzyklopädie. Mit Christophers außergewöhnlicher Begabung ist er ein unentbehrliches Mitglied der Gruppe. Nur dass Christopher dieser nicht mehr angehören will. Er will Freiheit, auch der Gedanken. Deshalb braucht er Jones.
Eschbachs Thriller „Blackout“ ist dramatisches Lesefutter, auch für Computerfreaks
Eschbach überzeugt mit seiner Geschichte. Von der ersten Zeile an wird der Leser in die rasante Handlung hineingezogen, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Denn die Übermacht der Upgrader mit ihrem enormen Wissensvorschuss ist so groß, dass sich niemand auf der Welt sicher vor ihnen fühlen kann. Auch nicht Christopher. Doch auch wenn der Status als Upgrader enorme Möglichkeiten eröffnet, ist er nicht das, was ein normaler Mensch sich wünschen würde. Im Laufe der Geschichte erhöht der Bestsellerautor Andreas Eschbach gekonnt die Spannung. Die Figuren, die der Leser zu kennen glaubte, offenbaren neue Seiten; Konflikte spitzen sich zu. All das steigert die Spannung bis zum Letzten.
Andreas Eschbach Thriller ist politisch brisant und aktuell
Ein spannendes Thema hat sich der Autor ausgesucht. Soll und darf man der Wissenschaft Grenzen setzen? Ist alles erlaubt, was möglich ist? Wie wird die Welt gestaltet werden, wenn wir dem Fortschritt keine Grenzen einräumen?
Die Upgrader wollten keine unmenschliche Welt schaffen. Auch hier fing die Forschung mit dem Wunsch an, Menschen zu helfen. Doch die guten Möglichkeiten wurden nicht genutzt, sondern entarteten in einer Diktatur, die Menschen zu superintelligenten Robotern verkümmern lässt. Die Frage an den Leser bleibt: Was für eine Welt ist erwünscht?
Das zeitgemäße Thema, nervenzerrend aufbereitet, wird junge und alte Leser in den Bann ziehen. Meisterhaft vermittelt durch Andreas Eschbach wird der Leser der Fortsetzung des Romans entgegenfiebern, die zum nächsten Jahr angesagt ist. „Black Out“ kann als Schullektüre Grundlage für ethische Diskussionen bieten kann.
Andreas Eschbach: Black Out. Arena Verlag 2010. 464. Seiten. Gebunden. 17,95 €.
